Samstag, 11. Oktober 2014

#Burgenblogger-Tralala


Das war ein ruhiges Leben, bevor dieses Burgenblogger-Hashtag-Tralala losging.
https://twitter.com/search?q=%23burgenblogger&src=typd

Von den paar Besuchern, dem Lärm vom Steinbruch nebenan und der Bahn im Tal abgesehen, konnte ich auf meiner Burg die ruhige Kugel schieben, meinen Schreibfluch erfüllen und darauf hoffen, irgendwann erlöst in die Hölle zu meinen Kumpanen hinabsteigen zu können. Stattdessen bricht die Hölle selbst in meiner schönen Sooneck aus. Burgenblogger hier, Burgenblogger dort. Doch ich, Siebold von Sooneck, bin gewappnet! Mit Spuk und Fluch!
Unter uns: Froh bin ich ja, dass Rheinschreiber nicht als Burgenbloggerin genommen worden ist. Pssst, es ist die, die ich durch das Mittelrheintal gejagt habe. Die soll lieber für die Mords-Mittelrheintal-Krimitouren schreiben.

www.mords-mittelrheintal.de
 
Krimi- und Krumme-Touren sind ganz nach meinem Geschmack. So kommt sie auch nicht auf die Idee, mich noch einmal zu malen. Außerdem muss ich jetzt nicht befürchten, dass sie in den Kellern der Burg nach meinen feingeistigen Chroniken zu suchen beginnt und meine Ruhe stört.

 
Nachdem sie mich kennengerlernt hat, hätte sie sicher alles daran gesetzt. Auch ein verfluchtes Burggespenst hat mal ein Quäntchen Glück verdient.

 
Von den fast 800 Bewerbern blieben fünfzig übrig. Jetzt sind nur noch zehn Burgenblogger in der Auswahl der Jury. Ich finde es gut, dass sie so einen Tamtam darum machen. Früher kam ja auch nicht jeder Depp auf eine Burg. Fanfaren, Wappen, Rüstung und Ross gehörten einst zur Standardausrüstung eines Burgbewohners. Die Leute wollen ja was zu gucken haben.

Ich hoffe ja sehr, dass der zukünftige Burgenblogger – dieser eine Gewinner aus fast 800 Loosern - von weit, weit her kommt. Denn Fremde kann man besonders schön mit Landschafts- und Burgenblabla von meinen Chroniken ablenken.

 
Ich kenne mich da aus! Ich werde ihm zuraunen, was er tun soll: „#Burgenblogger, mach #Selfies!! Beim #Singen, #Wandern, #Muschelnsuchen, #Ohrenzuhalten (wegen der #Bahn), #Malen, #Verkleiden, #Holzschwertschwingen, #Kritisieren -  ja, das mögen die Leute auch gerne!

„Blas‘ dich nicht so auf, Siebold!“, höre ich eine dröhnend tiefe Stimme aus dem Tal. Der Vater Rhein!
 
„Ich kann mich gar nicht aufblasen!“, antworte ich ihm. „Die Luft würde sofort durch dieses vermaledeite Loch, das mir Veith in den Hals geschossen hat, entweichen!“

 
„Dieser Burgenblogger wird kommen und wird auch wieder gehen. Was ist ein halbes Jahr, gemessen an der Ewigkeit? Was bleibt, das sind wir Zwei. Also mach nicht so viel Wind darum. Und für deine Chroniken oder feingeistigen Ergüsse interessiert sich sowieso keiner!“

„Ha-Ha, du bist ja nur neidisch, weil du nicht schreiben kannst in deinem Bett. Von mir aus kannst du ewig vor dich hinfließen. Ich werde zusehen, dass ich möglichst bald in die Hölle hinabsteige. Ha-Ha! Und hey … da kommt mir gerade eine Idee! Vielleicht ist der Burgenblogger mein Schlüssel zur Pforte der Hölle!?“
Ich höre den Vater Rhein, wie er mir meinen Namen hinterherruft und dass ich keinen Unsinn erzählen soll. Doch ich antworte ihm nicht. Ich gleite in mein Verließ, um meinen Höllenplan zu schmieden. Der Burgenblogger soll nur kommen :-)  
Euer Siebold von Sooneck der Feingeist wider Willen

P.S. ist ja gut, ich habe es halt wieder verdrängt! Der Burgenblogger könnte auch eine Burgenbloggerin sein ... es sind ja jetzt fünf Burgenbloggerinnen und fünf Burgenblogger im Rennen.